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Saubere Pressearbeit

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Der Autor und Betreiber dieser Seiten: Michael Röder

Kaum ein anderer Arbeitsbereich ist so konfliktbehaftet wie die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr/Polizei und der Presse. Aber oftmals sind nur Unkenntnis der Bedürfnisse des Anderen die Gründe.

Ein Feuerwehrmann, welcher sich - aus Übereifer – breitschultrig vor einem Journalisten aufbaut und schimpft „Du kommst hier nicht durch!“ wird genauso für Konflikte sorgen, wie ein Journalist welcher die Einsatzkräfte bei der Arbeit behindert und lauthals „Pressefreiheit!“ ruft. Man sollte vielleicht auch einmal über seinen eigenen Tellerrand hinwegschauen und sich unvoreingenommen gegenüber stehen. Oftmals reicht auch ein offenes Wort und ein ehrliches miteinander umgehen.

In den meisten Fällen funktioniert die Zusammenarbeit beider Seiten an Einsatzstellen nämlich tadellos.

Die Schauermärchen, dass Presse-Fotografen gnadenlos Opferfotos schießen und zwischen den arbeitenden Einsatzkräften umherlaufen sind genauso Einzelfälle wie das Gerücht, dass alle Feuerwehrleute in der Feuerwache Alkohol trinken.  Schwarze Schafe gibt es auf beiden Seiten, dies darf aber nicht zur Verallgemeinerung führen. Auf beiden Seiten stehen Menschen, welche nur ihre Arbeit tun.

Ein verantwortungsvoller Pressevertreter wird immer bestrebt sein, respektvollen Abstand zum Geschehen zu halten. Und sollte er sich doch einmal zu dicht heranwagen, reicht oft ein freundlicher Hinweis aus um ihn in seine Schranken zu weisen.

Schadensereignisse – ob nun oberhalb oder unterhalb der Katastrophenschwelle – ziehen zwangsläufig Medienvertreter an. Um so „kleiner“ das eigentliche Ereignis, je kleiner - in der Hierarchie - sind die Medienvertreter welche vor Ort erscheinen. Alltägliche Schadenslagen wie Verkehrsunfälle oder normale Wohnungsbrände werden meist nur freie Journalisten anlocken. Um so umfangreicher der Einsatz jedoch ist, desto mehr Medienvertreter werden vor Ort erscheinen. Eine Frau oder Herr Redakteur/in wird sehr selten an Einsatzstellen anzutreffen sein. In der Regel sind es freie Film- oder Fotojournalisten, welche frühzeitig am Einsatzort eintreffen. Und diese sind darauf bedacht möglichst aussagekräftige Aufnahmen vom Einsatz zu fertigen, um dann genauso schnell wieder zu verschwinden wie sie aufgetaucht sind. Zeit ist in diesem Fall Geld, denn bezahlt wird nur das was auch gesendet oder gedruckt wird.

Die Journalisten begeben sich dann an ihre Rechner, bearbeiten das Bildmaterial und fügen die Informationen hinzu welche sie an der Einsatzstelle aufgefangen haben. Anschließend wird das Material über Datenleitungen an die Redaktionen verteilt, in der Hoffnung dass es von denen gekauft wird. So zumindest ist der Regelfall.

Aber auch bei „kleinen Lagen“ wird deutlich, dass hier bereits eine große Gefahr besteht. Was der vor Ort befindliche Journalist ausschnappt, wird veröffentlicht; auch wenn diese Information vielleicht fehlerbehaftet ist.

Dem könnte die Feuerwehr entgegenwirken, indem sie - auch bei kleinen Lagen - aktive Medienarbeit betreibt. Gerade Berufsfeuerwehren haben die Möglichkeit, einen kompetenten Ansprechpartner für die Pressevertreter an die Einsatzstelle zu entsenden. Dies hat den wesentlichen Vorteil, dass die Feuerwehr in die Lage versetzt wird, die Arbeit der Pressevertreter an der Einsatzstelle mit sanfter Hand lenken zu können und diese mit fachlich fundierten Informationen zu versorgen.

Es macht schon einen Unterschied, ob im Zeitungsartikel steht „...sechs Löschzüge kämpften gegen die Flammen...“ oder „...sechs Fahrzeuge der Feuerwehr waren im Einsatz...“. Auch Schlagzeilen wie „...die Feuerwehr hat lange gebraucht...“ sind vermeidbar, wenn man vor Ort einen Ansprechpartner zur Verfügung stellt.

Zudem wird dem Einsatzleiter der Rücken frei gehalten und die Pressevertreter haben einen Ansprechpartner an der Einsatzstelle, den sie in der Regel bereits kennen. So wird vermieden, dass Menschen mit einer Kamera auf der Schulter – als wären sie vom Himmel gefallen – plötzlich in mitten der Brandstelle stehen und unkontrolliert agieren. Desto umfangreicher das Ereignis, je mehr Journalisten werden vor Ort erscheinen. Gerade bei Einsätzen und Großschadenslagen unterhalb der Katastrophenschwelle wird dies sehr schnell unübersichtlich, wenn nicht ein geeigneter Mitarbeiter mit der Medienarbeit beauftragt wird, bis der S5 seine Tätigkeit aufnimmt.

Ich vermeide in diesem Beitrag das Wort „Pressesprecher“ oder „Pressewart“, sondern nutze den Begriff „Medienarbeiter“. Dies soll jedoch keine Herabwürdigung der verantwortungsvollen Arbeit sein.

Leider bestehen bei den Journalisten unterschiedliche Auffassungen, was die Hierarchie an der Einsatzstelle angeht. Viele Journalisten sind mit den Gesetzgebungen der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr- und Bandschutzgesetze) nicht vertraut. Einige von ihnen melden ihre Anwesenheit bei der Polizei und meinen, dies genügt. Andere wenden sich an den Feuerwehr-Einsatzleiter und wenige melden sich überhaupt nicht.

Und diesem Spagat, eine verantwortungsvolle Pressearbeit als Journalist auf der einen Seite und eine fachkundige Medienarbeit seitens der Behörde auf der anderen Seite, habe ich mich seit Jahren verschrieben. Und ich habe mir damit einen guten Ruf aufgebaut, auf den ich etwas Stolz bin.


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Michael Röder
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Montag, 21 März 2011 13:44
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